Die Kunst des Schreibens

Wie schwierig es ist, eine Geschichte in Worte zu fassen! Im Kopf der Autorin ist alles klar und offenkundig. Landschaften und Räume fächern sich auf mit ihren Farben und Formen. Die Gefühle der Protagonisten sind zu spüren – beinahe wie eigene Emotionen. Kein Wunder, die Autorin kennt ihre Vergangenheit und sogar ihre Zukunft. Gerüche breiten sich aus, das Verstreichen der Zeit ist spürbar.

Doch dann kommt eine Leserin, in deren Kopf sich nicht bereits Inhalt und Zauber der Story entfalten. Sie ist auf das Geschriebene angewiesen, muss sich darin zurechtfinden, kann nur dadurch einen Zugang finden.

Eine Geschichte zu erfinden und selbst zu erspüren, ist einfacher, als sie in zwei Buchdeckel zu bekommen

Wie bringt ein Text – eine pure Ansammlung von Worten – rüber, was an Vielfalt eine Erzählung lebendig macht? Welche Wörter sind die Richtigen? Wie stehen die Sätze zueinander?

Zudem soll das Buch spannend und unterhaltend sein. Was an Wissen, an Informationen darf man noch nicht verraten, um die Spannung zu erhalten? Was davon ist preiszugeben, um die Leser nicht in Verwirrung zu stürzen? Immerhin lädt die Geschichte dazu ein, in eine fremde Welt mit eigenen Gesetzmäßigkeiten und Üblichkeiten einzutauchen. Wann soll die Autorin Umwelt und Orte beschreiben, wann sich auf Nebenfiguren ausführlicher einlassen – und an welchen Stellen ist das zu viel an Abschweifung?

Den Testleserinnen gilt ein herzlicher Dank! Sie weisen auf Schwachstellen hin. Äußern Fragen, kommentieren kritisch und geizen nicht mit Lob!